Gerettet: Mid-Century Blumentisch aus Bambus

In diesem kleinen Projekt haben wir einen alten Blumentisch wieder zu neuem Leben erweckt.

Wir haben ihn halb verfault mit dicken Spinnweben bekommen. Durch das viele daneben gegangene Gießwasser war das Holz ganz aufgelöst und die Platte bog sich schon durch…

Es stand schnell fest: Die Platte muss erneuert werden. Die Oberfläche war sowieso nicht so hübsch 🙂
Also zuerst demontieren, was man noch braucht. Das Bambusgestell war schnell abgenommen, die alten Flügelschrauben konnte man noch einwandfrei herausdrehen. Die Beine wurden vom Vorbesitzer mal geklebt und mussten von der Platte gelöst werden. nicht ganz einfach. Aber mit einer scharfen Spachtel und einem Hammer lösten wir das Problem.

Die typischen Zierleisten der 50er Jahre sind kaum noch zu bekommen. Also mussten wir die Vorhandene vorsichtig demontieren. Die alten rostigen Nägel hingen fest, die Leiste aus Kunststoff ist aber relativ weich – die Nägel gingen einfach durch. Letztendlich haben wir es aber geschafft und die wertvolle Plastikleiste ist ab:

Die Leiste haben wir danach mit Bronze-Farbe lackiert. Im Baumarkt haben wir eine 12mm OSB-Platte zuschneiden lassen. Die Wartezeit dort betrug glatt 45 Minuten – eine gute Gelegenheit, anderen wartenden Kunden in der Holzabteilung von unserem Blog zu berichten. 🙂

Da nur gerade Zuschnitte im Baumarkt möglich sind, haben wir die Schrägen selbst nachgearbeitet. Wir haben eine OSB-Platte gewählt, da diese sehr wasserfest und zudem sehr stabil ist. Darauf haben wir mit PU-Leim die Füße wieder aufgeklebt und verschraubt. Das sollte die nächsten 50 Jahre halten. 🙂

Während der Kleber hart wurde, hatten wir etwas Zeit, einen guten Pfälzer Sekt aus Plastikbechern zu genießen und uns dabei Gedanken über die neue Farbgebung zu machen. Etwas Frisches sollte es sein, irgendwie passend zu Bambus…

 

Wir entschieden uns für mintgrünes Resopal. Das Zuschneiden des sehr stabilen Materials ist einfach, wenn man weiß, wie es geht:
Eine Unterlage, die was „abbekommen“ kann und eine scharfe Säge auf 1 mm Schnitttiefe eingestellt. Das Resopal minimal größer als die OSB-Platte schneiden… etwas Toleranz sollte man zugeben.

 

Mit einer Japan-Spachtel wird Pattex-Kleber auf beide Flächen, also Resopal und OSB-Platte, aufgetragen. 10 – 15 Minuten trocknen lassen und die Resopal-Platte vorsichtig und schon möglichst passgenau auflegen.
…denn nach den 10 Minuten klebten beide Flächen schon recht gut!

Damit während des Trocknen nichts verrutscht wird das Resopal schön angepresst. Dafür eignen sich sehr gut die auf dem Bild zu sehenden Klammern.

Nach dem Trocknen des Klebers wird  überstehendes Resopal abgeschliffen. Das Material ist extrem stabil: Mit einem Cutter-Messer kommt man nicht weit.

…ein perfektes Ergebnis. Jetzt die Randleiste montieren. Dafür haben wir schöne Nägel mit breitem Kopf besorgt.

Die Bambus-Teile haben wir gereinigt und geölt.

In diesem Fall haben wir Kokosöl benutzt, welches für etwa 30 Sekunden in die Mikrowelle kam. Danach kann man es mit einem weichten Tuch auftragen – zum Beispiel eines aus Mikrofaser. Nachdem wir die Montagelöcher in die Platte gebohrt hatten, war alles schnell montiert und der Blumentisch durfte zu uns ins Haus.

Falls jemand den Blumentisch mehr liebt als wir: Sicher können wir uns von ihm trennen 😉

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